Familiennachzug aus Syrien, Fakten statt Legenden

Legende: Bundesinnenminister de Maizière (CDU) behauptet öffentlich zum Familiennachzug aus Syrien: „Wir können unsere hohen Flüchtlingszahlen nicht durch Familiennachzug verdoppeln oder verdreifachen.“ Klingt logisch für das deutsche Kleinhirn. Nun die Fakten.

Von den 758473 Flüchtlingen bis zum 31.10. waren 243.721 Syrer.

Der klassische Familiennachzug ist auf Ehegatten und Kinder unter 18 beschränkt. Alleinreisende Mütter/Frauen kann man vernachlässigen, also konzentrieren wir uns auf die alleinreisende Männer zwischen 18 und 45 und nehmen mal zum Spaß an, dass die alle verheiratet seien:

Aus den Geschlechterzahlen 70%/30% lässt sich leicht abschätzen, dass ca. 40% Flüchtlinge Männer/Jungs ohne Frau sind. Verbleiben 97500 Personen. Von diesen sind 68,2% in dem betreffenden Alter. Verbleiben 66500 Personen. Die durchschnittliche Kinderzahl in Syrien beträgt 2,6. Selbst wenn also alle Männer in diesem Alter verheiratet wären, reden wir über maximal 66500*(2,6+1)=240.000 Personen.

240.000 von 758473 sind aber nicht eine Verdopplung (+100%) oder eine Verdreifachung (+200%) sondern +31,6%.

Empirisch (aus den alten Familiennachzügen) dürfte das aber noch viel zu hoch gegriffen sein, vermutlich wäre es nicht mal die Hälfte so sie denn überhaupt dazu kämen in Beirut oder Erbil einen Visaantrag zu stellen. Das sind übrigens alles Zahlen aus dem Zuständigkeitsbereich des Bundesinnenministers.

Wer wissentlich von einer Verdreifachung (das wären +1,5 Mio(!) spricht, während es realistisch „nur“ um 100.000 bis 250.000 geht, der tut das entweder wider besseren Wissens, dann ist er ein geistiger Brandstifter, oder halt inkompetent.

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