Kai Dolgner

Ihr Abgeordneter für den Wahlkreis Rendsburg

12. November 2015

Flüchtlinge
Familiennachzug aus Syrien, Fakten statt Legenden

Legen­de: Bun­des­in­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re (CDU) behaup­tet öffent­lich zum Fami­li­en­nach­zug aus Syri­en: „Wir kön­nen unse­re hohen Flücht­lings­zah­len nicht durch Fami­li­en­nach­zug ver­dop­peln oder ver­drei­fa­chen.“ Klingt logisch für das deut­sche Klein­hirn. Nun die Fak­ten.

Von den 758473 Flücht­lin­gen bis zum 31.10. waren 243.721 Syrer.

Der klas­si­sche Fami­li­en­nach­zug ist auf Ehe­gat­ten und Kin­der unter 18 beschränkt. Allein­rei­sen­de Mütter/Frauen kann man ver­nach­läs­si­gen, also kon­zen­trie­ren wir uns auf die allein­rei­sen­de Män­ner zwi­schen 18 und 45 und neh­men mal zum Spaß an, dass die alle ver­hei­ra­tet sei­en:

Aus den Geschlech­ter­zah­len 70%/30% lässt sich leicht abschät­zen, dass ca. 40% Flücht­lin­ge Männer/Jungs ohne Frau sind. Ver­blei­ben 97500 Per­so­nen. Von die­sen sind 68,2% in dem betref­fen­den Alter. Ver­blei­ben 66500 Per­so­nen. Die durch­schnitt­li­che Kin­der­zahl in Syri­en beträgt 2,6. Selbst wenn also alle Män­ner in die­sem Alter ver­hei­ra­tet wären, reden wir über maxi­mal 66500*(2,6+1)=240.000 Per­so­nen.

240.000 von 758473 sind aber nicht eine Ver­dopp­lung (+100%) oder eine Ver­drei­fa­chung (+200%) son­dern +31,6%.

Empi­risch (aus den alten Fami­li­en­nach­zü­gen) dürf­te das aber noch viel zu hoch gegrif­fen sein, ver­mut­lich wäre es nicht mal die Hälf­te so sie denn über­haupt dazu kämen in Bei­rut oder Erbil einen Visa­an­trag zu stel­len. Das sind übri­gens alles Zah­len aus dem Zustän­dig­keits­be­reich des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters.

Wer wis­sent­lich von einer Ver­drei­fa­chung (das wären +1,5 Mio(!) spricht, wäh­rend es rea­lis­tisch „nur“ um 100.000 bis 250.000 geht, der tut das ent­we­der wider bes­se­ren Wis­sens, dann ist er ein geis­ti­ger Brand­stif­ter, oder halt inkom­pe­tent.